Auf dieser Seite findet Ihr schöne Geschichten für eure Kinder
„Lies! ; denn dein Herr ist allgütig, Der mit dem Schreibfeder lehrt, lehrt den Menschen, was er nicht wusste."
{Sura al-Alaq, Aya 3-5}

Der Leukodermie-Kranke, der Kahle und der Blinde
(nach einem Hadith von Abu Huraira, der es den Gesandten Allahs Frieden und Segen seien auf ihm , erzählen hörte.)
Es war einmal ein kranker Mann, der Leukodermie hatte. Seine Haut war von hellen, Ekel erregenden Flecken übersät. Die Menschen wollten nichts mit ihm zu tun haben, weil sie sich vor ihm ekelten und die Krankheit fürchteten. Der Mann fühlte sich sehr einsam und traurig. Da wollte Allah swt ihn auf die Probe stellen. Er schickte ihm einen Engel, der ihn fragte: “Was wünschst du dir am liebsten?“ Da antwortete er: „Ich wünsche mir eine schöne, gesunde Haut mit schöner Farbe. Es gefällt mir nicht, dass die Menschen mich meiden.“ Da strich der Engel über ihn und er wurde wieder ganz gesund. Dazu bekam er eine schöne gesunde Haut mit schöner Farbe. Dann fragte der Engel ihn: „Welche Güter hättest du am liebsten?“ Der Mann erwiderte: „Die Kamele!“ Darauf wurde ihm gleich eine trächtige Kamelstute gegeben und zugleich sagte der Engel: „Diese möge für dich segensreich sein!“ So ging es dem Mann jetzt gut. Die Kamelstute brachte ihm ein junges, gesundes Kamel zur Welt und nach gar nicht langer Zeit besaß der Mann ganz viele Kamele.
In der Zwischenzeit wurde der Engel zu einem anderen Mann geschickt. Dieser war ein kahlköpfiger. Er hatte überhaupt keine Haare auf dem Kopf und sah sehr hässlich aus. Auch zu ihm wollten keine Menschen kommen. Wie überrascht war er als der Engel da zu ihm kam und ihn fragte: “Was wünschst du dir am liebsten?“ Er antwortete: „Ich möchte schöne Haare haben und dass meine Hässlichkeit verschwindet.“ Da strich der Engel über ihn und seine Hässlichkeit verschwand. Außerdem bekam er sehr schöne Haare. Danach fragte der Engel ihn noch: „Welche Güter möchtest du am liebsten haben?“ Er antwortete: „Ich möchte Kühe haben!“ Da bekam er eine trächtige Kuh und es wurde ihm noch gesagt:“ Diese möge für dich segensreich sein!“ Da bekam die Kuh bald ein gesundes junges Kalb. Und es verging gar nicht lange Zeit, bis der Mann ganz viele Kühe hatte. So ging es ihm jetzt gut.
Nun wurde der Engel noch zu einem Blinden geschickt. Dieser Mann konnte gar nichts sehen. Da fragte der Engel ihn: „Was wünschst du dir am liebsten?“ Da antwortete der Blinde: „Dass Allah mir mein Augenlicht zurück gibt und ich die Menschen sehen kann!“ Da strich der Engel über ihn und Allah schenkte ihm sein Augenlicht wieder. Da freute er sich sehr, dass er jetzt alles sehen konnte. Dann fragte der Engel auch ihn: „Welche Güter möchtest du am liebsten?“ Und er antwortete: „Die Schafe!“ Da wurde ihm ein trächtiges Mutterschaf gegeben. Diese bekam bald ein gesundes junges Lamm. Und es verging gar nicht lange Zeit, da hatte der Mann ganz viele Schafe. So lebte er glücklich und zufrieden.
Nach einiger Zeit wurde der Engel wieder zu dem ersten Mann geschickt, um ihn zu prüfen. In veränderter Gestalt sah er nun genauso krank aus, wie der Mann es früher einmal gewesen war; mit kranker Haut und voll hässlicher Flecken. Er ging zu dem Mann, der gesund und schön zwischen seinen vielen Kamelen saß. Er sprach zu ihm mit trauriger Stimme: „Guter Mann, ich bin auf der Reise. Aber mein Weg ist noch so weit und schau mal, wie krank und hässlich ich aussehe! Ich bitte dich im Namen Allahs um Hilfe, DER dir die schöne Farbe, deine gesunde Haut und die Kamele gegeben hat. Bitte gib mir nur ein Kamel, dass ich schneller am Ziel meiner Reise ankomme!“ Aber der Mann tat einfach so, als hätte er vergessen, wie es ihm früher ergangen war. Er sprach: „Ich gebe dir gar nichts. Was du von mir willst ist zu viel!“ Da sagte der verstellte Engel: „Aber es kommt mir so vor, als ob ich dich kenne. Hast du nicht früher auch Leukodermie gehabt? Du warst doch auch mal krank und hast nicht ein einziges Kamel gehabt. Es war doch Allah, DER dir alles gegeben hat.“ Der Mann sagte aber: „Ach was, ich habe alles von meinem Vater und dessen Vorfahren geerbt.“ Da sagte der Engel zu ihm: „Du hast gelogen und bist undankbar. Zur Strafe wird Allah dir wieder alles wegnehmen und dich wieder so aussehen lassen wie früher.“ Danach ging der Engel zu dem Mann, der früher kahlköpfig gewesen war. Er verstellte sich abermals. Nun hatte er keine Haare auf dem Kopf und sah sehr hässlich aus. Er sprach zu dem Mann, der jetzt mit schönen Haaren zwischen seinen Kühen saß: „Ich bin ein armer Mann und schau mein Kopf ist ohne Haare und auch sonst bin ich ganz hässlich. Bitte hilf mir und gib mir nur eine Kuh, damit ich besser an mein Reiseziel ankomme!“ Aber da sprach der Mann: „Ich gebe dir gar nichts. Was du von mir verlangst, ist zu viel!“ Da sprach der verstellte Engel: „Aber es kommt mir so vor, als ob ich dich kenne. Hast du früher auch einmal keine Haare gehabt, warst hässlich und hattest keine einzige Kuh? War es nicht Allah, DER dir alles gegeben hat?“ Da sagte der Mann jedoch: „Ach was, ich habe alles schon lange von meinem Vater und dessen Vorväter geerbt!“ Da sprach der Engel: „Du hast gelogen und bist sehr undankbar. Zur Strafe wird Allah dir wieder alles wegnehmen und dich wieder so aussehen lassen wie früher.“ Nun ging der Engel zu dem Mann, der früher blind gewesen war. Dieser saß glücklich und mit gesunden Augen zwischen all seinen Schafen. Jetzt sah der Engel so aus, als ob er arm und blind wäre. Er sprach zu dem Mann: „Bitte hilf mir; ich bin ein ganz armer Mann und kann nichts sehen. Außerdem bin ich auf der Reise. Bitte gib mir nur ein Schaf, dass ich besser an meinem Reiseziel ankomme!“ Da sagte der Mann: „ Ich war auch mal blind gewesen und Allah gab mir mein Augenlicht zurück. Und ich war sehr arm und all die Schafe hat Allah mir gegeben und mich so reich gemacht. So nimm dir also was du willst, denn ich werde dir bestimmt nichts vorenthalten, was du um Allahs willen nimmst.“ Da sprach der Engel zu ihm: „Du kannst alles behalten. Das war nur eine Prüfung. Und Allah hat wahrlich Wohlgefallen an dir, während ER an den anderen beiden Männern, die auch auf die Probe gestellt wurden, nur Missfallen hat. So sollte man für seine Gesundheit und alles andere was Allah einem gibt, immer sehr dankbar sein und den armen und kranken Menschen immer so viel wie möglich abgeben.
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Allah sieht uns!
(Die Geschichte der Milchverkäuferin)
Es war früher Morgen. Alles war ganz still; da die meisten Menschen noch schliefen. Nur in einem Haus brannte schon Licht. Es war das Haus der Milchverkäuferin. Sie war schon wach und gerade dabei ihre Tochter aufzuwecken. „Kind wach auf“, sagte sie, „wir müssen die Milch vorbereiten. Nachher kommen die Leute und bis dahin müssen wir fertig sein.“ Die Tochter stand auf, wusch sich und betete das Morgengebet. Sie sah zu, wie die Mutter die Milch in viele Kannen verteilte. Jede Kanne füllte sie nur halb voll. Die antwortete: „Warum sind es denn heute so viele Kannen?“ Die Mutter antwortete: „Damit mehr Leute Milch kaufen können und wir so mehr Geld verdienen“ „Aber Mutter“, sagte da die Tochter, „die Leute wollen die Kannen doch voll haben. Früher hast du doch viel weniger Kannen abgefüllt und dafür waren alle voll.“ Die Mutter entgegnete: „Voll werden sie auch heute sein. Wir mischen die Milch einfach nur mit Wasser. Geh und hole es!“ Doch die Tochter wollte das Wasser nicht holen.
Denn sie sagte zur Mutter: „Wenn wir die Milch mit Wasser vermischen, ist es doch gar keine richtige Milch mehr. Und die Leute bezahlen uns das Geld doch, weil sie denken, dass es frische, reine Milch ist.“ Die Mutter begann zu schimpfen: „Jetzt geh und hole das Wasser, die Leute werden das doch gar nicht merken. Niemand wird es sehen und wir verdienen mehr Geld.“ „Aber Mutter“, sagte da die Tochter.
„Allah ist es doch, DER uns sieht. Er sieht alles und so fürchte ich IHN. Deshalb werde ich auch das Wasser nicht holen.“ Nun war aber der Khalif Omar schon durch die Straßen gegangen. Als er an dem Haus der Milchverkäuferin vorbei ging, hatte er das Gespräch zwischen Mutter und Tochter gehört. So schnell er konnte, ging er nach Hause. Dort rief er seinen Sohn Asim zu sich.
Er erzählte ihm, was er an diesem Morgen erlebt hatte. Dann forderte er ihn auf, dieses Mädchen zu heiraten. Denn so Allah wolle, würde sie ihm einen guten Sohn schenken, da sie ein gottesfürchtiges Mädchen sei. Der Khalif Omar zeigte seinem Sohn Asim das Haus. Und so bat er sie, seine Frau zu werden. Sie willigte ein. Nachdem sie geheiratet hatten, bekam sie nach einiger Zeit tatsächlich einen Sohn. Aus dieser Familie stammt auch der fünfte Khalif, Omar ibn Abdul Aziz.
So sollten wir Menschen nie vergesse, dass Allah alles sieht. In all unserem Tun müssen wir uns dessen stets bewusst sein. Denn wenn wir IHM auch nicht sehen, sieht Er uns doch!
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Der alte Mann und sein Enkel
Es war einmal ein alter Mann. Seine Augen waren schon fast erblindet und seine Beine und Hände zitterten ihm. Er wohnte bei seinem Sohn und dessen Frau. Sie hatten einen kleinen Jungen, der seinen Großvater über alles liebte. Dieser erzählte seinem Enkel immer so schöne Geschichten und hatte oft Zeit für ihn gehabt, als niemand mit ihm spielen wollte. Nun war es mit dem alten Mann aber schon so weit gekommen, dass er kaum etwas in seinen zittrigen Händen halten konnte, ohne dass es ihm herunterfiel. Wegen seiner kaputten Zähne konnte er nur noch Suppe schlürfen. Über dieses Schlürfen verzog die Frau oft das Gesicht und schimpfte mit ihm. Der alte Mann sagte kein Wort und wurde oft traurig über diese Schimpferei. Aber er konnte nichts dran ändern. Als die Familie nun mal wieder beim Mittagsessen saß, reichte die Frau dem Großvater seine Suppenschlüssel. Dieser wollte sie entgegennehmen. Doch zitterten ihm die Hände so sehr, dass er das ganze Schüsselchen fallen ließ.
Die Frau regte sich fürchterlich auf und begann laut zu schimpfen, während sie die Suppe wegputzte. Der Mann nahm seinen alten Vater wütend auf und setzte ihn in die Ecke. Schließlich könne er nicht jeden Tag neue Geschirre kaufen.
Der Enkel hatte schon aufgegessen und setzte sich zu seinem Großvater. Da sah er, wie dem alten Mann Tränen über die Wangen liefen und er still und traurig vor sich hinblickte. Am nächsten Tag sahen die Eltern, wie ihr Sohn eifrig mit dem Schlitzen eines Stück Holzes beschäftigt war. „Was soll denn das werden?“ fragten sie erstaunt. „Ach“, sagte er. „Ich schnitze für jeden von euch ein Schüsselchen aus Holz. Dann kann nichts passieren, wenn ich euch mal die Suppe reiche; und ihr alt geworden seid.“
Da sah der Mann seine Frau an und beide begannen zu weinen. Auf einmal wurde ihnen bewusst, wie dumm und falsch sie an dem Großvater gehandelt hatten. Schnell setzten sie ihn beim Essen wieder zu sich an den Tisch. Die Frau schimpfte nie mehr wegen des Schmatzens und Schlürfens. Der Vater regte sich auch nicht mehr darüber auf, wenn mal ein Schüsselchen kaputt ging. Auch sonst behandelten sie den alten Mann nur noch mit Respekt und Würde. Von da an hatte der Enkel seinen Großvater nie mehr weinen gesehen und oft noch schöne Geschichten von ihm erzählt bekommen.
Im Quran gibt es außerdem einen schönen Vers, welcher diese Geschichte sehr gut ergänzt.
Allah sagt in Sura al Isra Vers 23-24:
[Und dein Herr hat bestimmt, dass ihr nur IHM dienen und zu den Eltern gütig sein sollt. Wenn nun einer von ihnen oder beide bei dir ein hohes Alter erreichen, so sag nicht: „Pfui!“ und fahre sie nicht an, sondern sag zu ihnen ehrerbietige Worte.
Und senke für sie aus Barmherzigkeit den Flügel der Demut (das heißt: Verhalte dich ihnen gegenüber aus Barmherzigkeit freundlich und gefügig) und sag:
„Mein Herr erbarme DICH ihrer, wie sie mich aufgezogen haben, als ich klein war.“] (Quran 17: 23-24)
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Wie der Quran das erste Mal herab gesandt wurde
Auf der arabischen Halbinsel, in dem heutigen Saudi Arabien, in dessen Teil „Hidschas“ die Stadt Makkah liegt, lebten früher einmal sehr viele Götzenanbeter. Diese Menschen hatten über 360 Figuren aus Holz oder Stein gebaut. Natürlich konnten sie mit ihren künstlichen Ohren und Augen weder hören noch sehen. Trotzdem beteten die Araber sie an.
Obwohl sie diese Götzen mit ihren eignen Händen gebaut hatten; und sie sogar manchmal kaputt gingen; glaubten sie, die Steinfiguren könnten ihnen helfen. Manchmal bauten sie ihre Götzen auch aus Datteln und aßen diese dann auf, wenn sie Hunger hatten. Außerdem machten die Araber damals viele schlimme Dinge. Jeder von ihnen wollte möglichst viel Geld haben, um seinen Vergnügungen nachgehen zu können. Sie tranken Alkohol wie Wasser.
Feinde wurden gnadenlos gefoltert, indem sie manchmal sogar am Marktpfahl verbrannt wurden. Wenn den Arabern ein Mädchen geboren wurde, waren sie sehr traurig. Deshalb begruben sie dieses weibliche Neugeborene lebendig im Sand. Reisende und schwache Leute wurden überfallen und ausgeraubt. Die Männer heirateten Frauen, so viele sie nur wollten. Außerdem wurden die Frauen von ihnen sehr schlecht behandelt und galten als Eigentum des Mannes. Söhne konnten die Ehefrauen ihres Vaters mit dessen übriger Habe erben.
Andererseits waren die Araber aber auch sehr tapfer und großzügig. Gäste wurden bei ihnen herzlich aufgenommen. Man sorgte für das beste Essen und es wurde alles getan, damit sich der Gast wie zu Hause fühlte. Wenn es nötig war, beschützten sie ihn sogar vor seinen Feinden. Inmitten dieser Zeit lebte unter den Arabern ein Mann mit dem Namen Muhammad, Sohn von Abdullah. Er war von edler Abstammung und zwar ein Nachkomme Ismails, dem Sohn Abrahams. Er war unter seinem Volk sehr geschätzt; als einer, der immer die Wahrheit sagte. Er sprach wenig, aber hörte viel zu und konnte gute Ratschläge geben. Seine Frau hieß Khadija.
Er war ihr vollkommen treu und beide hatten sich sehr lieb. Muhammad dachte viel über sein Volk und dessen Tun nach. Dass die Menschen Götzen anbeteten, machte ihn sehr traurig. Er fühlte mit seinem ganzen Herzen, dass dies ein falscher Glaube war. Er wünschte die Araber würden besser sein, als sie es damals waren.
Muhammad beobachtete die Natur um sich herum. Er bewunderte des Nachts den Mond und die Sterne. Und er sah, wie die Sonne tagsüber Licht und Wärme spendete. So dachte er, dass all die Herrlichkeiten um ihn herum nur ein Allmächtiger und weiser Gott geschaffen haben müsse. Er zog sich oft Tage und Nächte und Wochen in eine Höhle zurück, die Hira hieß. Manchmal blieb er sogar einen ganzen Monat darin, um nachzudenken. Dabei nahm er sich etwas zu essen mit.
Eines Tages, als Muhammad schon vierzig Jahre alt war, befand er sich im Monat Ramadan, gerade alleine in der Höhle Hira und schlief. Da trat ein Engel zu ihm und rief: „Muhammad!“ Er erwachte bei diesem plötzlichem Ruf. Da sprach der Engel zu ihm:
„Lies!“ Muhammad aber antwortete: „Ich kann nicht lesen.“ Doch der Engel wiederholte: „Lies!“ Wieder antwortete Muhammad: „Ich kann nicht lesen.“ Beim dritten presste der Engel und befahl abermals. „Lies!“ Da fragte Muhammad: „Was soll ich lesen?“ Der Engel sagte: „Lies im Namen deines Herren, Der erschuf, erschuf den Menschen aus einem Blutgerinnsel. Lies, denn Dein Herr ist Allgütig. Der mit dem Schreibstift lehrt, lehrt den Menschen was er nicht wusste. (Quran 96: 1-5)
Muhammad wiederholte jedes Wort, dass der Engel ihm gesagt hatte und prägte es sich in seinem Herzen ein, um es nie wieder zu vergessen. Wie eingraviert waren diese Worte darin. Da der Engel verschwand, eilte Muhammad aus der Höhle, um ihn zu sehen. Da hört er eine Stimme, die zu ihm rief: „Ich bin Gabriel, der Engel, der den Propheten Gottes Botschaften verkündet. Du sollst die ganze Menschheit auf den rechten Weg, den Weg der Wahrheit führen.“ Muhammad begann zu zittern. Er sah den Engel am gesamten Horizont des Himmels. Er ging vor und zurück, aber das Bild des schönen Engels wich nicht von ihm.
Er verharrte so eine Zeit lang. Als das Bild verschwunden war, kehrte Muhammad zitternd vor Furcht und Schrecken erfüllt, nach Hause zurück. Dabei sprach er jedoch immer wieder die Worte nach, die ihm der Engel Gabriel offenbart hatte.
Als er bei seiner Frau Khadija eintrat, sagte er noch zitternd: „Hülle mich in Decken ein!“ Liebevoll kümmerte sich Khadija um ihn. Da dauerte es nicht lange, bis Muhammad ihr alles erzählte. Sie, die eine kluge und erfahrene Frau war, sprach ihm Mut zu. Gott würde ihm bestimmt bei seiner Sendung helfen, weil er gerecht und ehrlich sei, dem Armen und Weisen helfen und nichts tue, womit er seine Mitmenschen verletze.
So war Muhammad also der letzte Prophet Allahs geworden. Das erste Wort, das ihm offenbart wurde, war: „Lies!“ Deshalb sollen wir uns nach besten Kräften bemühen zu lesen und zu lernen, um Wissen zu erlangen. Natürlich kam der Engel Gabriel immer wieder im Leben des Propheten Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm).
Das Buch, in dem alle Offenbarungen aufgeschrieben sind, heißt: Quran! Mit Allahs Hilfe und viel Kraft und Geduld des Propheten Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) wurden die Menschen im Laufe der Zeit Muslime; das heißt Menschen, die sich dem Willen Gottes ergeben hatten. Sie alle zusammen setzten sich für den Islam ein.
All die Schlechtigkeiten, die die Araber damals gemacht hatten, hörten endlich auf; und sie glaubten an den Einen und Einzigen Schöpfer des Seins, nämlich Allah! Auch heute leben auf der ganzen Welt überall gute Muslime, die an Allah glauben und Seinen Propheten Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) und sich nach dessen gutem Vorbild richten.
Das Buch Allahs, der Quran, wird nicht verfälscht und jeder Mensch darf und soll es lesen, um die Wahrheit zu erkennen, um ein gutes, gottergebenes Leben zuführen.
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Der Pinguin und der Frosch
Es lebte einst ein Pinguin im weiten weiten Ozean irgendwo an der Antarktis. Er hatte es sehr schön dort und kannte sich, so groß der Ozean auch war, überall bestens aus.
Er war ein neugieriger Pinguin und nutze jede Gelegenheit aus, Neues zu lernen. Eines Tages überlegte er sich, wie es wohl außerhalb seines Lebensraumes sei... und begab sich frohen Mutes aus dem Wasser auf das breite weiße Eis.
Und er ging weiter und weiter und konnte das Wasser schon bald nicht mehr sehen. "Ohne Wasser ist es echt unangenehm", dachte er sich und ging, nachdem er sich längst verlaufen hatte, im unbekannten Gebiet umher... bis er schließlich erschöpft und kraftlos an einen breiten Brunnen kam. Überrascht sah es sich den Brunnen an und sah mit großen Augen hinunter: „Hallloooo!", schrie es und es hallte. Plötzlich und unerwartet bekam es eine Antwort: „Ja, Hallo auch, schrei doch nicht so, ich bin ja nicht taub."
Der Pinguin konnte sein Grinsen nicht zurückhalten und freute sich, vielleicht konnte ihm dieses "Etwas" weiterhelfen. Und so stieg er hinunter und sah zu seiner Überraschung ganz tief unten einen Frosch. "Herzlich Willkommen in meinem Reich, Fremder! Geselle dich zu mir und erzähle mir ein bischen über dich.", begrüßte ihn der Frosch. Der Pinguin entgegnete ihm ganz stolz: "Ich komme von der Antarktis, vom großen weiten Meer. Ich habe vor, die Welt zu erkunden und bin nun hier gelandet!" "Meeer", fragte der Frosch“, was soll denn das sein?" "Du kennst das Meer nicht? Das ist das Schönste, was es gibt. Es ist sooo groß und...", und der Pinguin begann von der Großheit seiner Heimat zu sprechen. Da begann der Frosch ganz plötzlich im Brunnen hin und her zu schwimmen, hielt nach 5 Minuten inne und fragte den Pinguin: "So groß?" Der Pinguin war ganz verwirrt: "Spinnst du? Das Meer ist noch viel größer." So begann der Frosch erneut an zu schwimmen, dieses Mal 10 Minuten. Und er fragte wieder: "So groß?" Der Pinguin spottete den Frosch: "Du wirst die Größe des Meeres nicht erfassen können, ehe du es nicht mit eigenen Augen gesehen hast." Der Frosch jedoch blieb stur und schwamm jetzt ganze 15 Minuten und fragte dann total erschöpft: "So groß aber, oder?" Der Pinguin begriff nun die Begriffsstutzigkeit des Frosches und antwortete schlicht und einfach: "Ja, so groß!"
Auf den ersten Blick scheint die Geschichte sehr verwirrend, das stimmt, aber man kann die beiden genannten Charaktere gut mit dem Menschen vergleichen.
Eine der Aussagen der Geschichte ist die Großheit Allahs(t) und seiner Schöpfung: In der Geschichte sind DREI Anstufungen deutlich: Das Meer - die Welt außerhalb - und der Brunnen.
Der Frosch ist davon überzeugt, dass er über ein großes Reich verfügt, kann dennoch nicht erahnen, wie groß das Meer ist. Der Pinguin empfindet dasselbe über das Meer, verläuft sich aber außerhalb des Meeres. So ist das auch bei uns. Die Menschen kommen sich groß und stolz vor, weil sie über viel Macht verfügen.
Dabei sind sie, wenn man die Erde als Ganzes betrachtet, wie winzige kleine Ameisen und wenn man das Sonnensystem betrachtet, ist die Erde ein kleiner Ball und dann noch die Galaxie betrachtet... sieht man die Erde gar nicht mehr! Wie "groß" ist der Mensch nun? Wie viele Galaxien haben wir?
Wie groß muss dann dementsprechend also dann der Schöpfer des Ganzen sein? Subhanallah. So lehrt uns die Geschichte inschallah, dass wir stets an Allahs(t) Großheit denken und nicht überheblich und stolz, sondern bescheiden sein sollen. Auch motiviert uns die Geschichte, dass wir uns verstärkt dafür einsetzen sollen, Wissen zu erwerben.
Der Islam ist genauso und noch viel größer als der Brunnen, für den wir ihn halten... Wir müssen ihn nur zu entdecken suchen. Derjenige, der auf diesem Weg ist, empfindet das Ganze wie ein Abenteuer, wo jeder Tag ein neues Erlebnis mit sich bringt. Allah(t) selbst befiehlt den Menschen, die Welt zu erkunden, um Seine Macht und Schöpferkraft zu entdecken.
Das Wissen ist das Gewand der Rangstufen: Ist denn ein Jagdhund einem Straßenköter gleich? Sprich: Der Wissende dem Unwissenden? Also liebe Geschwister, seid kein Frosch und lernt und lehrt, so lange ihr noch lebt!
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20 Euro die Stunde
Ein Mann kam spät, müde und genervt von der Arbeit nach Hause, als ihn sein 5 Jahre alter Sohn an der Wohnungstüre empfing.
„Vater, darf ich dich etwas fragen?“
„Natürlich mein Sohn, was ist los?“, erwiderte der Mann.
„Vater, wieviel verdienst du in der Stunde?“
„Das geht dich wirklich nichts an! Wieso fragst du so etwas?“,
fragte der Mann verärgert.
„Ich will es einfach wissen.
Bitte sag‘ mir, wieviel du in einer Stunde verdienst…“, bat der kleine Junge.
„Wenn du es wirklich wissen musst, ich verdiene 20 € die Stunde.“
„Oh!“, seufzte der kleine Junge und senkte den Kopf.
Er schaute auf und sagte:
„Vater, kannst du mir bitte 10€ ausleihen?“ Der Vater war aufgebracht.
„Wenn das der einzige Grund ist, warum du wissen willst, wieviel ich verdiene, dass du dir dann etwas leihen kannst, um dir irgend ein dummes Spielzeug oder sonst etwas Unnützes zu kaufen, dann geh bitte sofort auf dein Zimmer und schlaf.
Denk darüber nach, warum du so egoistisch bist. Ich arbeite lange, schwere Stunden jeden Tag und habe keine Zeit für solch kindische Spielchen.“
Der kleine Junge ging still in sein Zimmer und schloss die Türe. Der Mann setzte sich und wurde noch wütender über die Fragerei des kleinen Jungen. Wie kann er es nur wagen, solche Fragen zu stellen, um etwas Geld zu bekommen.
Nach etwa einer Stunde hatte sich der Mann beruhigt und begann darüber nachzudenken, dass er etwas streng mit seinem Sohn gewesen sein könnte. Vielleicht gab es etwas, was er wirklich mit diesen 10€ kaufen musste. Und oft fragte er wirklich nicht nach Geld.
Der Mann ging also zur Tür des Kinderzimmers und öffnete sie. „Mein Sohn, schläfst du schon?“ fragte er.
„Nein Vater, ich bin noch wach“, antwortete der Junge.
„Ich denke, ich war vorhin vielleicht etwas streng zu dir“, sagte der Mann,
„Es war ein langer Tag und ich habe meine schlechte Laune an dir ausgelassen.
Hier hast du die 10€, um die du mich gebeten hast.“
Der kleine Junge setzte sich sofort strahlend auf.
„Oh Vater, vielen Dank!“, schrie er. Dann zog er, unter sein Kissen greifend, weitere zerknitterte Geldscheine heraus.
Als der Mann sah, dass der Junge schon Geld besaß wurde er umso wütender als zuvor.
Der Junge zählte sorgfältig sein Geld ab und schaute dann zu seinem Vater. Der Vater polterte: „Warum willst du mehr Geld von mir, wenn du schon welches hast?“ „Weil ich nicht genug hatte. Aber jetzt habe ich genug!“, erwiderte der Junge. „Vater, ich habe jetzt 20 € zusammen...
Kann ich eine Stunde deiner Zeit kaufen?“
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Chayr inschAllah
Es hatte einst ein König ein großes Reich. Er herrschte über dieses und hatte gehorsame Untertanen, die ihn bei Allem unterstützten. Einen von diesen hatte der König besonders gern: Seinen gläubigen Wesir, der von Allahs Existenz fest überzeugt war. Diesem Wesir nämlich hatte der König es zu verdanken, dass er viele Probleme in seinem Reich dank der Weisheit und der Ratschläge seines Wesirs meisterte. Der Wesir hatte eine besondere Eigenschaft: Bei allem Unglück, dass ihm oder Anderen widerfuhr, sagte er stets: „Chayr InshAllah!!“ Er meinte damit mit anderen Worten: „Allah(t) weiß über unsere Lage bescheid und wenn wir Geduld ausüben, wird er uns diesbezüglich einen guten Ausweg geben!“ So entstanden Krankheiten, Katastrophen trafen die Menschen, Kriege, Unheil und und und - das Einzige was der Wesir zu sagen pflegte war immer wieder: „Chayr InshAllah!“ Eines Tages amüsierte sich der König beim Essen und schnitt sich aus Versehen den kleinen Finger ganz ab. Er schrie auf und rannte zu seinem Wesir, um ihn um Rat zu fragen. Das einzige, was der Wesir auch in dieser Lage sagen konnte war: „Chayr InshAllah!“ Dies verärgerte den König so sehr, das er den Wesir, den er zuvor über alles schätzte in den Kerker werfen ließ. Der Wesir blieb ganz ruhig und sagte wieder: „Chayr InshAllah!“ So verging die Zeit und es nahte die Jagd-Saison. Der König machte sich mit hunderten von Männern auf und ritt mit ihnen gemeinsam in den Wald, um zu jagen. Plötzlich sah er ein Reh und ritt zunächst langsam, dann in schnellem Ritt hinterher. Die Männer, die den König begleiteten verloren den König und der König das Reh aus den Augen und schon bald hatte auch er sich verlaufen. Er irrte umher und wurde plötzlich von den Waldbewohnern überfallen und gefangen genommen. Diese Waldbewohner pflegten Götzen anzubeten und ihnen Menschen als Opfer darzubieten. Sie entschlossen sich den König zu opfern und bereiteten eine große Zeremonie vor: Sie legten ein großes Lagerfeuer, zogen dem König die Kleidung aus und trugen ihn auf eine große Steinplatte. Und sie beabsichtigten ihn gerade den Kopf abzuschlagen und bemerkten plötzlich, dass dem König ein Finger fehlte. „Geh uns aus den Augen und lass dich in unserem Gebiet nie wieder blicken!“, schrieen sie ihn an und der König lief davon. Er hatte Glück und fand bald seine Truppen… Zu Hause angekommen ließ er schnellstmöglich seinen Wesir zu sich holen und entschuldigte sich bei ihm: „Du hast recht gehabt, Allah(t) lässt Nichts ohne Grund geschehen. Hätte ich dich bloß nicht einkerkern lassen, bitte verzeih mir!“ Und der König erzählte seine Geschichte… Da rief der Wesir: „Immer war ich bei deiner Seite und spielte stets deine zweite Hand. Auch bei der Jagd ließ ich dich nie allein und war dein zweiter Schritt. Hättest du mich damals nicht einsperren lassen, was meinst du was dann geschehen wäre? Diese Waldbewohner hätten an deiner Stelle mich geopfert und ich würde nicht mehr existieren, Allah(t) aber hat uns beide beschützt und er ist der Allwissende, der Allmächtige!“ Subhanallah, möge Allah(t) diejenigen belohnen, die sich aus Geschichten dieser Art eine Lehre ziehen.
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Der Sultan und sein Wesir
Vor langer Zeit lebte ein reicher Sultan in Syrien. Der Sultan war bekannt für seine schönen Gärten und Paläste. Sein treuer Wesir Ayyub, liebte diese Gärten über alles. Er liebte es den ganzen Tag dort einfach nur zu sitzen und die schöne Natur zu bewundern. Eines Tages, als er wieder einmal im Palastgarten saß und sich den schönen Brunnen ansah, erschien ihm eine angsteinflößende Gestalt. Der Wesir wurde ganz bleich vor Angst. Obwohl er den Todesengel noch nie erblickt hatte, wusste er sogleich, dass es Azrail war. So schnell er konnte lief er aus dem Garten in den Palast und berichtete dem Sultan voller Aufregung was geschehen war. Der Sultan war ein sehr weiser Mann und wunderte sich über die Geschichte seines Wesirs. Er fragte ihn: " Mein lieber Ayyub, bist du dir sicher, dass es der Todesengel war, den du in meinen Gärten sahst? Du weißt, es ist sehr warm draußen und da kann es passieren, dass man Dinge sieht, die nicht da sind. Geh leg dich ein wenig hin, dann geht's dir sicher besser." Aber der Wesir bestand trotz des guten Rates auf das schnellste Pferd, das der Sultan besaß. Als der Sultan einwilligte, nahm Ayyub das Pferd und ritt Richtung Irak. Noch vor Sonnenuntergang sollte er die Stadt erreichen. Unterdessen ging der neugierige Sultan in den Garten, um sich den Ort des Geschehens anzusehen. Da erblickte auch er den Todesengel. Voller Angst stotterte er: " Oh Azrail, bist du gekommen, um meine Seele zu nehmen?" "Nein", antwortete der Engel. "du bist noch nicht soweit. Allah verlangte nach der Seele deines Wesirs. Ich sollte ihm seine Seele im Irak nehmen. Als ich jedoch sah, dass er sich noch in Syrien befand, befahl mir Allah mich ihm zu zeigen, damit er davon reite. Allah lenkt nun seinen Weg nach Irak, wo ich ihm dann seine Seele nehmen werde. Allahs Wille geschieht immer und vor dem Tod kann kein Mensch entfliehen."
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Der Wolf
Ein alter Mann erzählte seinem Enkelsohn eines Abends nach dem Gebet über einen Kampf, der in seinem Inneren stattfand.
Er sagte: „Mein Kind, der Kampf in mir ist zwischen zwei Wölfen.
Einer von ihnen ist böse, voller Zorn, Neid, Kummer, Reue, Gier, Arroganz, Heuchelei, Selbstmitleid, Schuld, Groll, Minderwertigkeit, Lügen, falscher Stolz, Überheblichkeit und Egoismus.
Der andere ist so gut, voller Gedenken an Allah, Glauben, Taqwa (Gottesfurcht), Freude, Friede, Liebe, Erbarmen, Hoffnung, Heiterkeit, Demut, Güte, Wohlwollen, Empathie, Großzügigkeit und Wahrhaftigkeit.“
Der Enkel dachte für eine Minute nach und fragte: „Großvater, welcher Wolf wird den Kampf gewinnen?“
Der Großvater erwiderte: „Derjenige, den ich füttere.“
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Verdrehte Wahrheit
Es lebte einst ein Imam, irgendwo in einem kleinen Dorf in Pakistan. Dieser Imam war ein sehr angesehener Mann und genoss deshalb auch das vollste Vertrauen des Dorfes.
Eines Tages ging dieser Imam zum Marktplatz und kaufte sich ein Schaf. Mit diesem machte er sich auf den Weg nach Hause… In diesem Dorf lebten drei Freunde, die dafür bekannt waren, nur Unsinn im Dorf zu treiben. Ihr heutiges Opfer sollte der Imam sein: Sie beabsichtigten ihm sein Schaf zu stehlen.
Nach langer Überlegung, wie sie das nun anstellen wollten, merkten sie die Schwierigkeit hierin: „Wenn wir dem Imam sein Schaf frontal abnehmen, dann wird er dem Dorf alles erzählen. Das Dorf wird ihm 100% glauben und wir sind aufgeschmissen...“ So überlegten sie und hatten schließlich eine wunderbare Idee!
Der Imam befand sich auf einer Hauptstraße, die sehr lang war. Die drei Freunde verteilten sich: Einer zum Anfang, einer zur Mitte und der andere zum Straßenende. So begegnete der Imam dem ersten Jungen: „Es selamun ’aleykum Imam… wie geht es dir?“ und sie unterhielten sich eine Weile, bis der Junge plötzlich ausrief: „Bei allem Respekt, Imam, warum trägst du eigentlich einen Hund mit dir?“ „Einen Hund?“ fragte der Imam erstaunt, „das ist kein Hund, sondern mein Schaf, welches ich eben vom Markt gekauft habe.“ Da entgegnete ihm der Junge: „Ach echt, subhanallah, ich wusste gar nicht, dass man bei uns auf dem Markt Hunde kaufen kann?!“ „Ich sagte doch, das ist kein Hund, sondern ein Schaf!“, warf der Imam verärgert ein. „Wie auch immer“, sagte der erste Freund „ich muss jetzt los, selamun ’aleykum.“ Nun stand der Imam ganz konfus da und wusste nicht recht, was sich gerade eben abgespielt hatte. Doch er setzte seine Reise fort, bis er nun unbewusst dem zweiten Freund begegnete.
Dieser kam langsam auf ihn zu, grüßte ihn und fragte ihn ebenfalls, was es mit dem Hund eigentlich auf sich hätte? Der Imam, der sich nun noch mehr “veräppelt“ fühlte, sagte auch zu diesem Freund ausdrücklich, dass es sich hier um sein Schaf und nicht um einen Hund handle. Aber auch dieser Freund verabschiedete sich ignorant und ließ den Imam allein. Kopfgesenkt ging der Imam die Straße entlang und traf nun auf den letzten der drei Freunde.
Dieser begegnete dem Imam mit einem verwirrten Gesichtsausdruck: „Es selamun aley… – ach du Schreck Imam, was ist das für ein Hund, den du da bei dir hast. Oh mein Gott, was man heute nicht alles erlebt.“ Auch dieser festigte seine Schritte und entfernte sich eilend vom Imam.
Dieser stand nun da, ganz verwirrt und gelähmt: „Was nun“, dachte er sich „ ich bin ein alter Mann und mein Sehvermögen ist vielleicht nun ganz verschwunden. Kann es sein, das diese Leute Recht haben? Vielleicht habe ich wirklich einen Hund bei mir…“
Und er Ließ das Schaf auf der Stelle frei, ohne jegliches Antasten oder Ähnliches, um sich nicht doch zu vergewissern. So schafften es die drei Jungs also dem Imam sein Schaf zu klauen.
Die Moral der Geschichte liebe Geschwister ist folgende:
Wir sind der Imam, die Opfer der Ungläubigen, also der drei Freunde. Die Ungläubigen üben so stark Einfluss auf uns, bis wir irgendwann so werden wie sie. Sie erzählen uns, was richtig und was falsch ist, bis wir das Kopftuch abnehmen, uns eine Freundin schnappen, unsere eigenen Brüder und Schwestern als Terroristen bezeichnen, unsere Eltern nicht mehr respektieren und und und… Also liebe Geschwister, wir dürfen uns nicht über Sachen aufklären, die Allah(swt) für uns längst bestimmt hat. Weder von den Medien, noch von den Mitmenschen. Möge Allah(swt) uns den geraden Weg leiten und uns auf diesen stärken. Amin.
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Wer ist sie?
Eines Nachmittags ging ein Mann über den Marktplatz. Gerade als der Muezzin mit dem Gebetsruf anfing, fiel sein Blick auf den Rücken einer Frau. Sie war seltsamerweise anziehend, obwohl in widerliches Schwarz gekleidet und einen Schleier über Kopf und Gesicht.
Jetzt drehte sie sich zu ihm, als ob sie sich seines lange verweilenden Blickes irgendwie bewusst wäre und nickte ihm leicht, aber bedeutungsvoll zu, ehe sie um die Ecke in die Gasse der Seidenverkäufer einbog.
Wie vom Blitz getroffen, war der Mann sofort angezogen, sein Herz ein Gefangener jenes Blickes, für immer. Vergeblich kämpfte er mit seinem Herzen und lieferte ihm einen vernünftigen Grund nach dem anderen, um seinen Weg zu gehen - war es nicht Zeit zum Gebet? - aber er war fertig: er konnte nichts machen, außer zu folgen.
Er eilte ihr nach, bog in den Seidenmarkt ein, atmete vor Anstrengung, um die Frau einzuholen, die ihn unerwarteterweise hinter sich gelassen hatte und gerade jetzt für einen Augenblick am weit entfernten Ende des Marktes, viele Läden voraus, verweilte.
Sie wandte sich ihm zu, und er dachte, unter dem schwarzen Musselin ihres Schleiers hervor das Aufleuchten eines schadenfrohen Lächelns zu sehen, als sie - war es Einbildung? - ihm abermals zunickte. Der arme Mann war außer sich. Wer war sie?
Die Tochter einer wohlhabenden Familie? Was wollte sie?
Er beschleunigte seine Schritte und bog in die Gasse ein, wo sie verschwunden war. Und so führte sie ihn, stets außer Reichweite, immer verlockend voran, jetzt durch den Waffenmarkt, jetzt durch den Markt der Ölhändler, jetzt durch denjenigen der Lederverkäufer, immer weiter weg von der Stelle, wo sie angefangen hatten.
Das Gefühl in seinem Inneren wuchs mehr, als dass es abnahm. War sie verrückt? Sie führte immer weiter, bis ganz zum Stadtrand. Die Sonne neigte sich und ging unter, und da war sie, vor ihm wie immer.
Jetzt waren sie, nach allen Plätzen, zur Stadt der Gräber gekommen. Wäre er bei Sinnen gewesen, so hätte er sich gefürchtet, aber tatsächlich, überlegte er sich jetzt, hatten merkwürdigere Orte als dieser das Stelldichein von Liebenden gesehen. Es waren kaum zwanzig Ellen zwischen ihnen, als er sie zurückblicken sah, und, sich einen kleinen Stoß gebend, hüpfte sie die Stufen hinunter und durch die große Bronzetür von etwas, was eine sehr alte Grabstätte zu sein schien.
Ein nüchterner Augenblick hätte den Mann Halt machen können, aber in seinem gegenwärtigen Zustand gab es keine Umkehr und er ging die Stufen hinunter und trat hinter ihr hinein.
Im Inneren gab es, wie seine Augen nach einem Augenblick sahen zwei Treppen, die zu einer zweiten Tür hinunterführten, von woher ein Licht schien und die er ebenso durchschritt.
Er fand sich in einem großen, von der Außenwelt irgendwie unvermuteten Raum, von Kerzen an seinen Wänden erhellt.
Dort saß die Frau, gegenüber der Tür, auf einem Lager von reichem Stoff, in ihrer ganzen schwarzen Kleidung, noch verschleiert, und lehnte sich auf ein Kissen gegen die entfernte Wand. Rechts von dem Lager bemerkte der Mann eine Brunnenöffnung im Boden."Verschließe die Tür hinter dir“, sagte sie mit leiser, rauer Stimme, die beinahe ein Flüstern war, "und bring den Schlüssel her." Er tat, wie ihm geheißen war. Sie wies mit einer Geste nachlässig zu dem Brunnen.
"Wirf ihn hinein." Ein Strahl von Vernunft schien für einen Augenblick die Wolken über seinem Verstand zu durchdringen, und ein Zuschauer, wäre einer dabei gewesen, hätte das geringste Innehalten wahrnehmen können. "Mach schon“, sagte sie lachend, "du hast nicht gezögert, das Gebet zu versäumen, als du mir hierher folgtest, nicht wahr?" Er sagte nichts.
"Die Zeit für das Abendgebet ist auch beinahe schon zu Ende“, sagte sie leicht höhnisch. "Warum bist du besorgt? Mach schon, wirf ihn hinein. Du willst mir zu gefallen sein, nicht wahr?" Er streckte seine Hand über die Brunnenöffnung aus und beobachtete, wie er den Schlüssel fallen ließ. Ein unheimliches Gefühl stieg ihm aus der Magengrube empor, als Augenblicke vorübergingen, aber kein Geräusch zu hören war. Er empfand Verwunderung, dann Grauen, dann Einsicht.
"Es ist Zeit, mich zu sehen," sagte sie und hob ihren Schleier, um nicht das Gesicht eines unverbrauchten jungen Mädchens aufzudecken, sondern dasjenige eines abscheulichen alten Weibes, ganz Finsternis und Laster, nicht ein Partikel von Licht irgendwo in seinen ältlichen Zügen."Sieh mich gut an“, sagte sie. "Mein Name ist Dunya, diese Welt. Ich bin deine Geliebte. Du hast deine Zeit damit zugebracht, mir nachzurennen, und jetzt hast du mich eingeholt. In deinem Grab. Willkommen, willkommen."
Dabei lachte sie und lachte, bis sie sich zu einem kleinen Haufen feinen Staubs auflöste, dessen unbeständige Schatten in die Finsternis zurückkehrten, als die Kerzen, eine nach der anderen, erloschen!
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Werde Löwe!
Ein Muslim zieht durch das Land. Da beobachtet er, wie ein Löwe einem kranken, verletzten Wolf, der unter einem Baum liegt, Futter herbeibringt. „Oh Allmächtiger Gott”, sagt er, „so versorgst du deine Geschöpfe, die dir ergeben sind.” Er überlegte sich: „Warum soll ich ständig auf Wanderschaft sein und die Menschen um Nahrung bitten, wenn doch Gott der wahre Nahrungsgeber ist?” Und sogleich lässt er sich ebenfalls unter einem Baum nieder. Voll Gottvertrauen erwartet er nun die göttliche Versorgung. Er wartet einen Tag… er wartet zwei Tage. Sein Hunger wird immer größer, doch kein Essen fällt vom Himmel. Am dritten Tag schickt Gott ihm einen Engel. Dieser bringt ihm die folgende Botschaft: »Bei Gott ist der Löwe der Angesehenere, weil der Gebende immer über dem Nehmenden steht. Wenn du Ansehen bei Gott willst, dann: Werde Löwe! «
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